Der Ringanker

Der Ringanker

Ein oft unterschätztes Bauteil ?

Der Ringanker, in der heutigen Zeit meistens als Stahlbetonbauteil ausgeführt, übernimmt vielfältige Aufgaben. Zum einen sorgt er für einen zug- und druckfesten Abschluss auf der Mauerwerkskrone unter einer Dachkonstruktion. Er verteilt vertikale Dachlasten in das untere Mauerwerksgefüge und nimmt die horizontalen sowie vertikalen Winddruck- und Soglasten durch die Verankerung der Dachkonstruktion an den Traufwänden sowie an den Pfettenauflagern auf, und sorgt somit für die Stabilität der Dachkonstruktion.

Die Dachaussteifung ( Diagonalverbände oder Dachscheiben ) werden an den Fußpunkten jeweils im Ringanker verankert.

Mögliche Ausbildung eines Stahlbetonringankers
Stahlbetonringanker über Traufmauerwerk bei einer Ertüchtigung einer Dachkonstruktion

Fehlt ein solcher oberer Mauerwerksabschluss unter einer Dachkonstruktion können die auftretenden horizontalen Windbelastungen die auf die Dachkonstruktion wirken nicht in die unteren Bauteile (hier Mauerwerk) weitergeleitet und abgegeben werden. Zumeist werden hier Risse an den schwächsten Stellen des Mauerwerkes, den Mörtelfugen sichtbar. Bei älterem Mauerwerk, beispielsweise Bruchsteinmauerwerk sind nicht durchgehend Mörtelfugen vorhanden, teilweise sind die Steine lose aufeinander “vermauert”.

Rissverlauf in einer Gebäudeecke
Rissverlauf in einer Gebäudeecke durch fehlenden oberen Mauerwerksabschluss

Bei älteren Gebäuden fehlt dieser obere Mauerwerksabschluss meistens. Gründe hierfür kann der damals fehlende Baustoff Beton und die Stahleinlagen sein. Die Problematik war allerdings auch damals schon bekannt, wie verschiedene, noch vorhandene Konstruktionen wie Zuganker mit geschmiedeten Kreuzen an den Giebelwänden zur gegenseitigen Verspannung, hindeuten.

Fazit

Bei der Neuerstellung und/oder Ertüchtigung einer Dachkonstruktion sollte immer Augenmerk auf den jeweiligen Unterbau gelegt werden. Zum einen kann eine neue Dachkonstruktion nicht zug- und druckfest am losen Gefüge des Mauerwerkes verankert- und befestigt werden, zum anderen können die hohen vertikalen Belastungen aus den Pfettenauflagern nicht schadensfrei vom losen Gefüge des Mauerwerkes aufgenommen werden.

Rissschäden sowie Verschiebungen der Dachkonstruktion können hier die Folge sein.

Bei neu zu errichtenden Dachkonstruktionen ist daher zwingend ein Ringanker ( zumeist aus Stahlbeton ) auszuführen. Siehe hierzu auch die technischen Baubestimmungen, bzw. die jeweiligen Landesbauordnungen.

Fragen Sie Ihren Tragwerksplaner nach entsprechenden Lösungen bevor eine schon realisierte Konstruktion aufwendig saniert und in Stand gesetzt werden muss.

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